Heilpraktiker

HEILPRAKTIKER

Aufgaben

Das Hauptaufgabengebiet der Heilpraktiker liegt in der Therapie körperlicher und seelischer Leiden. Dabei verfolgt er  einen ganzheitlichen Ansatz. Heilpraktiker betrachten Körper und Seele als Gesamtsystem. Krankheiten und Leiden entstehen durch eine Störung dieses Gesamtsystems.

Um diese Störung zu lokalisieren und zu beheben, erarbeiten Heilpraktiker auf Grundlage einer gründlichen Anamnese und der anschließenden Diagnose eine individuell passende Therapie für Ihre Patienten. Im Gegensatz zur Schulmedizin setzen Sie ausschließlich alternative Heilkundeverfahren ein.

Behandlungstermine dauern beim Heilpraktiker durchschnittlich ca. 60 bis  90 Minuten, beginnend mit der Erstanamnese. Dabei werden sämtliche Aspekte der Krankengeschichte erfragt, damit ein exaktes Bild des Patienten und seiner Lebensumstände entsteht. Die Diagnostik beinhaltet stets den ganzen Menschen, da die Naturheilkunde den Menschen in seiner Gesamtheit und nicht nur einzelne Krankheiten oder Symptome betrachtet.

Tätigkeiten

Die Tätigkeit beginnt stets mit der Erstuntersuchung. Die Patienten werden nach Beschwerden, Symptomen, möglichen Vorerkrankungen und ihren Lebensumständen befragt. Zur Erstuntersuchung gehören darüber hinaus Abhören, Abklopfen, Blutdruckmessungen sowie Laboruntersuchungen. Mit Hilfe der Untersuchungen und deren Resultaten erfolgt die Erstdiagnose. In der Folge entwickelt der Heilpraktiker, oftmals in Zusammenarbeit mit dem Patienten eine passende Therapie.

Bei der Therapie kann der Naturheilpraktiker aus einem umfassenden Arsenal an naturheilkundlichen Maßnahmen und Behandlungsformen schöpfen. Dazu gehören unter anderem

  • Akupunktur
  • Aromatherapie
  • Ausleitende Verfahren
  • Blutegeltherapie
  • Bioresonanztherapie
  • Chiropraktik
  • Homöopathie
  • Hypnose
  • Kinesiologie
  • Physiotherapie
  • Phytotherapie
  • uvm.

Arbeitsorte

Heilpraktiker sind selbstständig in ihrer eigenen Praxis, angestellt in einer Praxis tätig, sie arbeiten auch als Angestellte für Firmen der Medizinbranche.

Auch Tätigkeiten für physiotherapeutische Einrichtungen sind möglich. Immer häufiger erfahren auch Ärzte Unterstützung durch Heilpraktiker in deren Praxen sowie in Gesundheits- und Rehabilitationszentren.

Rechtlicher Status

Der rechtliche Status des Heilpraktikers ist im Wesentlichen durch das Heilpraktikergesetzt geregelt. Dieses bestimmt, dass die Ausübung Tätigkeit einer staatlichen Erlaubnis bedarf. Diese erlangt der Heilpraktiker durch Bestehen der Heilpraktikerprüfung vor dem Amtsarzt beim Gesundheitsamt. Heilpraktiker in Deutschland sind berechtigt, die Naturheilkunde auch ohne Bestallung, d.h. ohne Approbation als Arzt, auszuüben. Neben dem Heilpraktikergesetz gibt es noch einige weitere Gesetze, die die Befugnisse und Rechte des Heilpraktikers festlegen.

Dazu gehört unter anderem das Infektionsgesetz. Dieses regelt, welche Krankheiten Heilpraktiker nicht behandeln dürfen. Dazu zählen bestimmte Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Botulismus, Cholera, Diphtherie, Masern oder akute Virushepatitis, aber auch Geschlechtskrankheiten. Das Arzneimittelgesetz verbietet Heilpraktikern, Medikamente oder Betäubungsmittel zu verschreiben. Heilpraktikern ist es zudem gesetzlich verboten:

  • Geburtshilfe zu leisten
  • Zahnheilkunde auszuüben
  • Straftaten zu untersuchen
  • Den Tod festzustellen
  • Das Röntgen